• Anna Kauert
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Seminarraum mit Gruppe, Ort: Hammamet

Trilaterale Fortbildungsreihe zum Thema „Resilienz in der Jugendarbeit“ hat begonnen

Ich bin immer noch bewegt davon, wie viel Vertrauen, Ehrlichkeit und Energie in der letzten Woche entstanden sind. Fachkräfte aus Tunesien, Frankreich und Deutschland trafen sich für das erste Modul der trilateralen Fortbildung zum Thema „Resilienz in der Jugendarbeit“ in Hammamet. In meiner Rolle als interkulturelle Trainerin und Fortbildnerin zum Thema Resilienz gab ich Input und begleitete die Gruppe in ihrem Prozess der 5 Tage.
In der Jugendarbeit stehen Fachkräfte – egal ob in Tunesien, Frankreich oder Deutschland – vor sehr ähnlichen Fragen: Wie gehen wir mit gesellschaftlichem Wandel, Dauerkrisen und hohen Belastungen um, ohne selbst auszubrennen?

In Hammamet haben wir daran auf drei Ebenen gearbeitet:
1. Was die Teilnehmenden konkret mitnehmen:
• Eigene Grenzen erkennen: Eine erste Auseinandersetzung damit, wo persönliche Belastbarkeit aufhört und wo strukturelle Hürden anfangen.
• Transfer in den Alltag: Entwicklung von kleinen, realistischen Routinen für den Arbeitsalltag, die die Teilnehmenden bis zum nächsten Modul erproben.

2. Die Methoden vor Ort:
• Die 7 Resilienz-Faktoren: Analyse von Selbstwirksamkeit, Optimismus und Netzwerken im eigenen Arbeitskontext.
• Reflexion & Mindset: Arbeit mit Resilienz-Tagebüchern sowie Übungen zur bewussten Sprache und Haltung im Berufsalltag.
• Körperarbeit
: Erste Impulse zur Stressregulation über den Körper.

3. Interkulturalität als Lernfeld für Ambiguitätstoleranz:
Ambiguitätstoleranz lässt sich schwer theoretisch vermitteln – man muss sie erleben. Durch das Zusammenkommen der tunesischen, französischen und deutschen Teilnehmenden wurde die Gruppe selbst zum Lernfeld. Unterschiedliche Sprachrealitäten und Blickwinkel auszuhalten, aktiv zu übersetzen und sich trotz Sprachgrenzen fachlich und menschlich zu verständigen, war eine der wertvollsten Erfahrungen der Woche.

Ausblick auf Modul 2 in Deutschland
: Im nächsten Schritt nutzen wir die interkulturelle Gruppe gezielt als Erprobungsraum für die Arbeit mit Jugendlichen:
• Erarbeitung von Methoden für komplexe Gruppensituationen
• Training von Ambiguitätstoleranz bei jungen Menschen
• Stressbewältigung durch Körperarbeit und Naturpädagogik

Danke an die Partnerorganisationen für die tolle Zusammenarbeit in der Vorbereitung und Umsetzung:
• Europa Direkt e.V. / Institut
• Parcours le Monde Sud-Ouest
• Association Horizon pour le Développement et la Citoyenneté

Und vielen Dank an das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW / OFAJ) für die Unterstützung und Förderung des Projekts.

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Author: Anna Kauert

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